MusikOrte

MusikOrte

MusikOrte Niedersachen

Herausgegeben von Susanne Rode-Breymann
Vielfalt und Reichtum, Tradition und Innovation der Musikgeschichte im Raum des heutigen Niedersachsen sind bisher nicht annähernd aufgearbeitet. Ein Grund dafür liegt darin, dass Musikgeschichte noch immer vor allem als Geschichte großer Komponisten erzählt wird und dies in Niedersachsen rasch an Grenzen stößt: Die Suche nach genial herausragenden niedersächsischen Komponisten und Komponistinnen führt nicht zum Ziel – das Spezifische der Musikgeschichte in Niedersachsen widersetzt sich einer Geschichtsschreibung, die Wissen unter großen Namen tradiert. Und doch war (und ist) Niedersachsen unbezweifelbar ein musikkulturell äußerst vielfältiges Land, in dessen Bibliotheken und Archiven unendlich Vieles liegt, das ein beachtliches niedersächsisches Musikleben bezeugt: Da gab und gibt es die Calenberger und die Lüneburger Klöster, da gab es Höfe wie Braunschweig, Bückeburg, Celle, Hannover, Wolfenbüttel, denen es ein besonderes Anliegen war, sich kulturell hervorzutun, da gab und gibt es zahlreiche Städte in Niedersachsen mit einem umfangreichen Musikleben, da gab und gibt es eine bedeutende Orgellandschaft in Norddeutschland, da gab und gibt es Musikverlage und Instrumentenbauer, da gab und gibt es Musikfestspiele und Musikwettbewerbe. Will man diese Musik-Kultur-Landschaft Niedersachsens historiographisch erschließen, muss man eine Musikgeschichte der Orte schreiben.
Das Konzept der Reihe »MusikOrte Niedersachsen« ist der historischen Kulturforschung verpflichtet, die Geschichte als eine Geschichte von Praxisformen zu schreiben versucht, nach dem kulturellen Handeln fragt und Vorgänge und Prozesse in der musikalischen Kultur vergangener Jahrhunderte ins historiographische Zentrum rückt. Die Reihe »MusikOrte Niedersachsen« will unter der Orte-Perspektive die Vielfältigkeit der Musik-Kultur-Landschaft im Raum des heutigen Niedersachsen geschichtsschreibend erschließen und tradieren. Sie will eine Verstetigung der Musikgeschichtsschreibung über die Region einleiten und dabei Quellen in niedersächsischen Bibliotheken und Archiven, die ein beachtliches niedersächsisches Musikleben bezeugen, sichten, einer Neulektüre unterziehen und die Fülle von bisher im Rahmen der Musikgeschichtsschreibung Unbeachtetem und Unausgewertetem sichtbar machen.

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