Literaturwissenschaft

Hans Richard Brittnacher

Delirien des Körpers

Phantastik und Pornographie im 18. Jahrhundert

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Ursprünglich sind die Bücher, die dem Leser die Haare sträuben und jene, die man nach einer Beobachtung Rousseaus mit nur einer Hand liest, Zöglinge der Aufklärung; auch sie wollen der Gewalt des Schweigens ein Ende bereiten, Traditionen verwerfen, sich Autoritäten widersetzen. Pornographische und phantastische Literatur artikulieren eine vom zeitgenössischen kulturellen Bewusstsein tabuisierte Erfahrung: die von der chaotischen Gewalt der inneren Natur und der brutalen Kontingenz der äußeren. Der literarische Exzess mündet allzu oft in eine Dramaturgie der Wiederholung und des Sich-Überbietens: So wollen De Sades mit der Wut eines rasend gewordenen Buchhalters nummerierten 120 Tage und 1001 Perversionen ein Universum des sexuellen Tabus kartographieren – und illustrieren doch nur jene für die Pornographie offenbar unausweichliche Nummerndramaturgie.

Brittnacher schrieb den vorliegenden Essay exklusiv für die Reihe Salon. Er greift darin Themen seines Buches Ästhetik des Horrors auf.

  • ISBN: 978-3-93232-453-6
  • 48 Seiten
  • Broschur
  • Am 16.11.1998 erschienen
  • Deutsch
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