Edition FONTE

Karoline Ludecus
Hrsg. von André Georgi

Johanne Gray

Trauerspiel in fünf Aufzügen

€ 14,00 Vorbestellbar. Auslieferung ab 17.04.2021.
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Johanne Gray (1806) ist das einzige Drama von Karoline Ludecus (1757–1844), die unter Pseudonym mehrere Romane und Erzählungen veröffentlicht hat.
Wieland und Bodmer haben den Stoff der neuntägigen Regentschaft der Jane Gray schon vor Karoline Ludecus behandelt. Aber es ist eine Besonderheit ihres Trauerspiels, dass es die Frage nach der politischen Handlungsfähigkeit von Frauen ganz grundsätzlich stellt: Die Pointe der Johanne Gray liegt darin, dass das Stück sich mit der Trennung einer privaten von einer politischen Moral – seit Machiavellis Der Fürst eine zentrale Prämisse der politischen Theorie – nicht zufriedengeben will. Ludecus’ Figur Johanne Gray akzeptiert diese Trennung nicht – sie will Ehrlichkeit und Offenheit auch in der Politik und verweigert sich dem Spiel der Verstellungen. In diesem Sinne versucht das Stück eine um 1800 weiblich konnotierte, private Moral zurück in die Politik zu transportieren – ein Versuch, der tragisch scheitert.
Karoline Ludecus ist heute völlig unbekannt. Manche ihrer Werke wurden in den Gesamtausgaben August von Kotzebues aufgenommen – unter dessen Namen. Karoline war die vier Jahre ältere Schwester August von Kotzebues und wurde – wie er – von ihrem Onkel, Musäus, als Autorin gefördert. Das Nachwort und die Ausgabe der Johanne Gray überhaupt wollen sie als Autorin wieder sichtbar machen – nachdem sie hinter dem Namen ihres Mannes, ihres Bruders und ihres Pseudonyms bis zur Unkenntlichkeit verschwunden ist.

André Georgi

André Georgi hat Literaturwissenschaften studiert und arbeitet als freier Autor und als Drehbuchautor u.a. für den Tatort.

  • ISBN: 978-3-86525-842-7
  • Edition FONTE 2
  • 120 Seiten
  • Hardcover
  • Erscheint am 17.04.2021
  • Deutsch
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