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Birgfeld, Johannes

Krieg und Aufklärung


2012, 2 Bde., nur geschlossen lieferbar, 937 Seiten, mit Abb., Hardcover
ISBN 978-3-86525-277-7
Preis: 48,00 €

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  Krieg und Aufklärung

 

Die deutschsprachige Kriegsliteratur hat mit den Kriegsliedern Ludwig Gleims, mit Gedichten Ewald von Kleists, Gottfried August Bürgers oder Matthias Claudius', vor allem aber mit Lessings Minna von Barnhelm seit jeher einen festen Platz in den Literaturgeschichten des 18. Jahrhunderts. Die Kriegsliteratur als ein das ganze Jahrhundert hindurch bestehendes, kontinuierlich sich entfaltende literarisches Phänomen hat hingegen erst wenig Aufmerksamkeit erfahren. Ausgehend von dem Umstand, dass rund 60 Jahre lang in deutschsprachigen Gebieten Krieg herrschte, spürt die Studie Krieg und Aufklärung in exemplarischen Untersuchungen den bisher wenig beachteten Langzeitentwicklungen und der Ausdifferenzierung der Kriegsliteratur zwischen 1700 und 1800 nach.

Als Grundlage dient zuerst eine knappe Rekonstruktion der Entwicklung von Waffen, Strategie und Taktik des 18. Jahrhunderts. Ein zweiter Blick fällt auf die Berührungen Schreibender mit Militär und Krieg führt vor Augen, in wie hoher Zahl und wie nachhaltig das Leben von Autoren und Autorinnen durch die Kriege und Kriegsmaschinerie der Zeit geprägt ist: Autoren leiden als freiwillige und unfreiwillige Soldaten wie als Zivilisten im Krieg, sie werden ausgebombt, sterben im Kampf, werden als Geisel genommen etc. Autoren finden aber auch als Soldaten und Offiziere, als Diplomaten oder Feldprediger ihr Auskommen, nutzen den Militärdienst für sozialen Aufstieg, so dass sich Militär und Krieg in bemerkenswerter Weise als einer der zentralen Brotgeber der Literatur erweisen.

Ein u.a. von Christoph Heinrich Amthor über Johann Ulrich König, Michael von Loen, Friedrich II. von Preußen zu Johann Gottlieb Schummel, Schiller und Therese Huber fortschreitender Längsschnitt durch das Jahrhundert bildet den ersten Schwerpunkt von zwei vertieften Untersuchungen des literarischen Kriegsdiskurses im 18. Jahrhundert. Die leitende Frage nach dem kriegstechnischen Wissen der Autoren und ihrer Texte zeigt dabei erstens eine intensive und kompetente Auseinandersetzung der Schreibenden mit den Details des militärischen Geschehens auf. Zweitens wird deutlich, dass kriegsbezogene literarische Texte in genauer Kenntnis ihrer Vorgänger und Konkurrenten und also als Teil einer differenziert wahrgenommenen, nicht abreißenden und kritisch wie literaturtheoretisch reflektierten literarischen Tradition entstehen.

Diese Ergebnisse bestätigen sich auch im zweiten Untersuchungsfeld: dem Umgang der deutschsprachigen Kriegsliteratur mit der doppelten Herausforderung der vielfältigen Gewalt des Kriegsgeschehens und der Ohnmacht der Untertanen den aufgeklärten wie unaufgeklärten Regenten im militärischen Feld gegenüber. Am Beispiel der drei Schlesischen Kriege zeigt sich, dass eine Politisierung der Literatur ebenso wie Einsichten in die Grenzen von Vernunft und Perfektibilität bereits früh im 18. Jahrhundert in der Reflektion über den Krieg erfolgen. Deutlich wird zudem, wie unverzichtbar es ist, Texte wie Lessings Minna von Barnhelm auch im Kontext der Kriegsliteratur der Zeit, etwa von Andreas Belach, Friedrich Nicolai und Moritz August von Thümmel oder von Thomas Abbts Vom Tode für das Vaterland zu lesen.

Der doppelte Schwerpunkt der Studie Krieg und Aufklärung liegt darauf, sowohl die enorme, bisher kaum durchschrittene Breite, Kontinuität, Vielgestaltigkeit und Relevanz der Kriegsliteratur im 18. Jahrhundert exemplarisch vorzuführen, als auch auf die Existenz eines komplexen literarischen Diskurses hinzuweisen, dessen Einzeltexte ohne Rückgriff auf die Traditionen der Kriegsliteratur nicht angemessen zu rezipieren sind.

 
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