Verhandlungen mit Schiller

Daniele Vecchiato

Verhandlungen mit Schiller

Historische Reflexion und literarische Verarbeitung des Dreißigjährigen Kriegs im ausgehenden 18. Jahrhundert

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Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem
Ravicini-Preis für Arbeiten zur Trivialliteratur 2015.

Ein Jahrzehnt lang bildete der Dreißigjährige Krieg das thematische Zentrum des schriftstellerischen Werks von Friedrich Schiller: 1790 bis 1792 erschien seine Geschichte des Dreyßigjährigen Kriegs als das zweite und letzte seiner großen historiographischen Werke und im Jahre 1800 konnte er nach langen Vorarbeiten die dramatische Trilogie Wallenstein veröffentlichen. Beide Werke haben in der Forschung viel Beachtung erfahren, allerdings fehlte bisher eine Untersuchung des zeitgenössischen Interesses einer breiten Leserschaft am historischen Konflikt, die eine Lektüre der einschlägigen Werke Schillers in ihrer Besonderheit, aber auch in ihren zeittypischen Zügen bieten konnte.
Ausgehend von der Beobachtung, dass der Dreißigjährige Krieg als Thema der Historiographie und der Literatur in Deutschland seit etwa 1770 eine breite Konjunktur erfuhr, in die sich Schillers Texte als vergleichsweise späte Zeugnisse einreihen, werden in der vorliegenden Studie die Gründe und die Konturen dieser unvermuteten Popularität des historischen Ereignisses im ausgehenden 18. Jahrhundert illustriert. Durch eine systematische Analyse der zahlreichen Bearbeitungen, die der Krieg bei literaturgeschichtlich wenig prominenten Autoren fand, wird der epistemische Rahmen rekonstruiert, innerhalb dessen diese Schriften entstanden. Die herangezogenen Werke sogenannter auctoresminores eröffnen interessante Einblicke in die Mentalitätsgeschichte des späten 18. Jahrhunderts und ermöglichen darüber hinaus einen Vergleich mit den thematisch benachbarten Werken Schillers, aus welchem der Komplexitätsgewinn sichtbar wird, den der Klassiker gegenüber seinen Zeitgenossen erreichte.

Schiller, der in mehreren Schriften eine kritische Haltung gegenüber der Trivialliteratur äußerte, hatte in der dichterischen Praxis ein dialektisches Verhältnis zu den Bestsellern der Zeit. Sein ausgeprägter Sinn für die historisch-politische Kolportage und seine Neugierde für massenwirksame literarische Strategien spiegeln sich in einer gewissen Porosität seiner Werke gegenüber Themen, Figuren und Motiven nicht-kanonischer Texte, die bisher kaum erforscht wurden.

»ein wichtiger Beitrag zur Schillerforschung»

Norbert Oellers, Arbitrium 2017 Band 35 (Heft 3), S. 357–360
  • ISBN: 978-3-86525-480-1
  • 396 Seiten
  • Hardcover
  • Am 09.09.2015 erschienen
  • Deutsch
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