Marie-Theres Federhofer

»Moi simple amateur«

Johann Heinrich Merck und der naturwissenschaftliche Dilettantismus im 18. Jahrhundert

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Lange bevor der Ausdruck Dilettant seine heutige eher negativ konnotierte Bedeutung erhielt, die ihn zum stümperhaften Nichtfachmann abwertet, repräsentierte Dilettantismus in den westeuropäischen Gesellschaften des 16. bis 18. Jahrhunderts ein Bildungsideal des hohen Adels und des wohlhabenden Bürgertums. In den Künsten wie den Wissenschaften waren das Interesse und die Beteiligung von Amateuren allgemein akzeptiert. Gleichwohl ist der naturwissenschaftliche Dilettantismus jener Zeit von der Forschung bislang kaum berücksichtigt worden.

Am Beispiel der paläontologischen Liebhaberinteressen des Darmstädter Kriegsrates Johann Heinrich Merck (1741–1791) untersucht die vorliegende Arbeit dieses vernachlässigte Problem in einem größeren kulturellen Kontext.

Wissenschaftstheoretische bzw. -soziologische und sozial- wie literaturhistorische Fragestellungen erweisen sich in einem – methodologisch kodisziplinären – Zugriff auf das Phänomen Dilettantismus als ebenso aufschlußreich wie Überlegungen zur europäischen Bildungstradition, insbesondere zur englischen Gentleman- und Virtuoso-Tradition. In dieser Perspektive erscheint der ›höflich‹ redende und schreibende Dilettant als Gegenfigur zum ›unhöflichen‹ Pedanten.

»Gepflegt wurde [die Essayistik] von Popularaufklärern, die in einer eleganten, spontanen, unabgeschlossenen, zum Denken anregenden Form über gelehrte Gegenstände mit den Lesern in einen geistigen Dialog zu treten versuchten. Daß Merck, ähnlich wie Herder oder Wieland, dabei auf englische Denk- und Wissenschaftstraditionen zurückgriff, zeigt die vorliegende norwegische Dissertation in vorzüglicher Weise. Ausgiebig ergründet Federhofer [die Tradition des Dilettantismus] wie deren Rezeption und würdigt so den Essayisten, Übersetzer, Zeichner und vor allem Paläontologen Merck als einen ihrer typischsten deutschen Repräsentanten.«

Zeitschrift für Germanistik

»Die im norwegischen Tromsø wirkende Literaturwissenschaftlerin Marie Theres Federhofer hat mit ihrer bemerkenswerten Studie in zweierlei Hinsicht Forschungsimpulse gegeben. Die Autorin, sichtlich getragen von Sympathie für das Konzept des dilettierenden Forschens und seiner Protagonisten, nähert sich durch ihre flüssige, von aller akademischen Pedanterie freien Diktion dem Ideal essayistischen Schreibens bis zu einem gewissen Grade selbst an [...]. Die Stärke von Federhofers Dissertation liegt darin, dass die Autorin kulturhistorisch relevante Fragestellungen aufgreift, zielstrebig die Quellenlage sondiert und mit Hilfe des ermittelten Materials ihre Themen konzise und im allgemeinen auch überzeugend abarbeitet.«

Archiv für hessische Geschichte

»spannend [...] und souverän«

FAZ

»eine kontextbewußte und methodisch reflektierte Arbeit«

Das Achtzehnte Jahrhundert 27/2003
  • ISBN: 978-3-93232-475-8
  • 256 Seiten
  • Broschur
  • Am 22.12.2000 erschienen
  • Deutsch
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