Dirk Werle

Erzählen vom Dreißigjährigen Krieg

Die erzählerische Darstellung extremer Erfahrungen ist eine vertrackte Sache. Man kann nicht gut von diesen Erfahrungen erzählen, ohne in Wiederholungen zu verfallen – es sei denn, man findet indirekte Formen erzählerischer Darstellung. Wie wird und wurde in der deutschen Literaturgeschichte vom Krieg erzählt? Wie wird und wurde speziell vom Dreißigjährigen Krieg erzählt, jenem 400 Jahre zurückliegenden katastrophalen Großereignis, das das kulturelle Gedächtnis Deutschlands und Europas eminent geprägt hat und immer noch prägt? Gibt es so etwas wie eine ›realistische‹ Darstellung des Kriegs in literarischen Texten? Diesen Fragen geht Dirk Werles Essay am Beispiel von Daniel Kehlmanns Tyll und Erzähltexten des 17. Jahrhunderts nach, etwa aus der Feder Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausens, Johann Michael Moscheroschs und Georg Greflingers.

Dirk Werle

Dirk Werle, geb. 1975, seit 2015 Professor für Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Frühe Neuzeit an der Universität Heidelberg. Promotion 2005 an der Humboldt-Universität zu Berlin; Habilitation 2012 an der Universität Leipzig. Arbeitsschwerpunkte: Europäische Literaturgeschichte im Kontext der intellectual history seit dem 16. Jahrhundert; Theorie und Methodologie der Literaturwissenschaft; Wissenschaftsgeschichte der Geistes- und Kulturwissenschaften; Gattungsgeschichte in der frühen Neuzeit (Lyrik, fiktionales Erzählen, epische Versdichtungen). Buchveröffentlichungen: Copia librorum. Problemgeschichte imaginierter Bibliotheken 1580–1630 (2007), Ruhm und Moderne. Eine Ideengeschichte (1750–1930) (2014), ›Barocke‹ Lyrik lesen (2019).

  • ISBN: 978-3-86525-780-2
  • Neue Perspektiven der Frühneuzeitforschung 4
  • 56 Seiten
  • Klappenbroschur
  • Am 06.05.2020 erschienen
  • Deutsch
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