Hrsg. von Boris Roman Gibhardt

Denkfigur Rhythmus

Probleme und Potenziale des Rhythmusbegriffs in den Künsten

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In jüngeren geisteswissenschaftlichen Debatten hat der Rhythmusbegriff eine neue Aufmerksamkeit erfahren; dabei wurden und werden oft historische Konzeptionen der Rede von Rhythmen herangezogen, um zu einem für heutige Fragen anschließbaren Rhythmusbegriff zu gelangen. Ob sich auf diese Weise ein tragfähiges Konzept der Rede von Rhythmen, gerade für die Analyse von Zeit und Darstellung in Text- und Bildkünsten, gewinnen lässt, dürfte aber nicht gesichert sein. Denn in den historischen Verwendungen des Rhythmus-Begriffs vor allem um 1900 wurden zwar immer wieder grundsätzliche Muster der zeitlichen, räumlichen oder körperlichen Wahrnehmung verhandelt, zugleich aber sperren sich diese Konzeptionen auf bemerkenswerte Weise dagegen, in einen systematischen Begriff zu münden. Von dieser Spannung ausgehend, unternimmt es der Band, das bislang eher unhinterfragte Verhältnis zwischen historischem und systematischem Interesse am Rhythmusbegriff zu beleuchten und zu problematisieren. Anstatt nach einer Auflösung des historischen und systematischen Blickwinkels zu streben, macht der Band die Spannung beider Perspektiven offen sichtbar und erprobt auf diese Weise einen eigenen Zugang zur Rede von Rhythmen.
Aus dem Inhalt: Wolfgang Braungart: Rhythmus: Prozess und Gestalt zwischen ›Natur‹ und ›Kultur‹. Hölderlins Abendphantasie, eine kleine Allegorie des Bergwanderns und Sonia und Robert Delaunays Lebensarbeit am ›Rhythmus‹ – Johannes Grave: Können Bilder Rhythmen aufweisen? Rezeptionsästhetische und phänomenologische Rechtfertigungen einer problematischen Redeweise – Helmut Hühn: Ῥυσμός. Zur Zeitlichkeit der Form und zur Formdimension des Zeitlichen – Eva Geulen/Elisa Ronzheimer: »Folgeerscheinungen der rhythmischen décadence«: Rhythmus und Stil in Nietzsches Ecce homo – Nathalie Mälzer/Marco Agnetta: Henri Meschonnics holistischer Rhythmusbegriff und einige Implikationen für die Translationswissenschaft – Jutta Müller-Tamm: Prosarhythmus um 1900 – Reinhold Görling: Bergson und der Rhythmus – Bernadette Collenberg-Plotnikov: August Schmarsow und die kulturelle Bestimmung des Rhythmus in der Allgemeinen Kunstwissenschaft – Björn Spiekermann: Laokoons Schatten. Bewegung, Sukzession und Rhythmus in der Kunsttheorie August Schmarsows – Dominik Brabant: Die Rhythmen der Kunst (-geschichte) Julius Meier-Graefes über Slevogt und Manet in der Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst – Elena Vogman: Kartographien des Rhythmus. Zahl und Zeit in experimenteller Poetik der Moderne (Fallstudien) – Saskia Fischer: »Alles sei Rhythmus.« Rhythmus im Theater und im Drama um 1900.

  • ISBN: 978-3-86525-783-3
  • Ästhetische Eigenzeiten 18
  • 228 Seiten
  • Hardcover
  • Am 17.09.2020 erschienen
  • Deutsch
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