Jutta Steinmetz

Wiederentdecken – Aufdecken

Johann Peter Süßmilchs »Versuch eines Beweises, daß die erste Sprache ihren Ursprung nicht vom Menschen, sondern allein vom Schöpfer erhalten habe« (1766) als (sprach-)wissenschaftliche Arbeit der Aufklärungszeit

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Die Frage nach dem Ursprung der Sprache sorgte unter den Gelehrten des 18. Jahrhunderts für lebhafte und intensive Diskussionen und Auseinandersetzungen. Mittendrin: der Geistliche und Demograph Johann Peter Süßmilch (1707–1767). Während das statistische Werk des Berliners, die berühmte Göttliche Ordnung, Weltruhm erlangte, wurde seine nicht minder bekannte Schrift über den Sprachursprung aus dem Jahr 1766 ganz anders eingeschätzt. »Versteckter, feiner Unsinn«, kommentierte schon Johann Gottfried Herder in seinem berühmten Beitrag zur Preisfrage der Berliner Akademie für das Jahr 1771 den Süßmilchschen Versuch eines Beweises, daß die erste Sprache ihren Ursprung nicht vom Menschen, sondern allein vom Schöpfer erhalten habe und verhängte damit ein Verdikt, das bis in die Gegenwart unhinterfragt erhalten blieb. Pauschal wurde er als das Beispiel schlechthin für den metaphysischen Lösungsansatz der Sprachursprungsfrage angesehen.
Die vorliegende Arbeit entdeckt den Versuch Johann Peter Süßmilchs als sprachwissenschaftliches Werk der Aufklärungszeit wieder. Dabei gilt es seiner (sprach-)wissenschaftlichen Methode sowie seinem Sprachbegriff selbst auf die Spur zu kommen, bevor seine aufklärerischen Wurzeln u.a. in ausgewählten Lexika des 18. Jahrhunderts aufgedeckt werden.
Nicht länger erscheint nun der Berliner Gelehrte als eindimensionaler Vertreter des »göttlichen Ursprungs«, sondern als durchaus typischer Vertreter der deutschen Aufklärungszeit, der seinen ganz spezifischen, nur im weiten Sinne metaphysischen Ansatz durch eine anthropologische Komponente erweitert.

  • ISBN: 978-3-93232-439-0
  • 224 Seiten
  • Broschur
  • Am 11.08.2003 erschienen
  • Deutsch
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