Physiologie der Gesellschaft

Alexander von Ungern-Sternberg
Hrsg. von Dirck Linck

Physiologie der Gesellschaft

In Briefen eines Vaters an seinen Sohn. Ein Beitrag zu Knigge's Umgang mit Menschen.

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Mit seinen Briefen voller blasierter Weltkenntnis und schmerzlicher Zerrissenheit, spielerischer Ironie und bitterer Verzweiflung hat der im 19. Jahrhundert sehr erfolgreiche Schriftsteller Alexander von Ungern-Sternberg (1806–1868) ein frühes Dokument des Dandyismus in Deutschland vorgelegt. Ungern-Sternbergs Gesellschaftsstudie aus der Zeit kurz vor der 1848er Revolution blieb aber ohne Resonanz und ist heute vergessen. Auch ein Nachdruck von 1921 ist kaum aufzufinden.

Wenige Texte der deutschen Literatur des frühen 19. Jahrhunderts lassen sich Physiologie der Gesellschaft beigesellen. Mit seiner großen – Aggressivität, Witz, Eleganz und Gleichgültigkeit seltsam mischenden – Apologie der »lächelnden Köpfe« und »heiteren Laune«, der »vollendeten Form« und der »Larve der Gutmüthigkeit«, nimmt Sternberg in Inhalt und Form eine seit dem 17. Jahrhundert vor allem in Frankreich und England geführte Diskussion über Urbanität und politeness auf, die im Zeichen der Verabschiedung des Glaubens an die Moral des Unmittelbaren von der Moderne immer wieder neu geführt werden wird. Sternbergs Text ist geschrieben für eine Gesellschaft, in der jeder seine eigene Ich-AG ist und also des anderen Feind.

  • ISBN: 978-3-86525-558-7
  • Mit einem Nachwort von Dirck Linck
  • 80 Seiten
  • Broschur
  • Am 12.06.2017 erschienen
  • Deutsch
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