Hrsg. von Matthias Mansky

Burliniaden und Burlesken

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Der Schauspieler und Dramatiker Anton Jakob Brenner (1738–1779) verkörperte in den 1760er-Jahren, die als Übergangsphase in theaterästhetischen Fragestellungen angesehen werden können, die von den Wiener Aufklärern vielkritisierte komödiantische Figur des Burlin. Brenners exzentrische Maschinenkomödien sind als Restbestände der ›Stegreifburleske‹ und einer körperbetonten Possenkomik anzusehen, die sich einem didaktischen Illusionstheater querstellen. Auch seine Karriere als Schauspieler und Dramatiker verläuft – wohl auch aufgrund seines Rollenfaches – auffällig diametral zu jener seiner Wiener Schauspielerkolleginnen und -kollegen: Während sich diese ab 1776 k. k. Hofschauspieler nennen durften, lässt sich die letzte Lebensdekade Brenners regelrecht als Flucht vor den theaterreformatorischen Bestrebungen deuten. Seine ›Burliniaden‹ erscheinen diesbezüglich als aufschlussreiche Dokumente einer Zeitspanne, in der sich die Forderungen der aufklärerischen Theaterkritik noch lange nicht mit dem Wiener Publikumsgeschmack korrelieren ließen. Zudem bilden die im vorliegenden Band edierten Texte einen Teil jener Theaterformen des 18. Jahrhunderts ab, die innerhalb einer ›bürgerlichen‹ Literatur- und Theaterhistoriographie fortwährend unberücksichtigt geblieben sind.

  • ISBN: 978-3-86525-739-0
  • Kommentiert und mit einem Nachwort
  • 160 Seiten
  • Hardcover
  • Am 22.11.2019 erschienen
  • Deutsch
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