Der Deserteur aus Kindesliebe

Gottlieb der Jüngere Stephanie
Hrsg. von Matthias Mansky

Der Deserteur aus Kindesliebe

Ein Lustspiel in drey Aufzügen

€ 16,00 lieferbar
In den Warenkorb
Gottlieb Stephanie der Jüngere (1741–1800) ist heute wie viele seiner josephinischen Schriftstellerkollegen beinahe gänzlich aus den gängigen Literatur- und Theatergeschichten verschwunden. Kommt es zu einer Erwähnung des zu Lebzeiten erfolgreichen Schauspielers und Dramatikers, dann zumeist nur mehr als Verfasser des Librettos zu Wolfgang Amadeus Mozarts Entführung aus dem Serail. Dennoch bürgt die zeitgenössische Bühnenpräsenz seiner Werke dafür, dass Stephanie als prominenter Theaterpraktiker des ausgehenden 18. Jahrhunderts angesehen werden darf. Sein Lustspiel Der Deserteur aus Kindesliebe, das im gesamten deutschen Sprachraum reüssieren konnte, entspricht der durch Lessings Minna von Barnhelm inspirierten Gattung des Soldatenstücks und steht in seinen politischen und sozialkritischen Implikationen im engen Konnex mit den josephinischen Modernisierungsprozessen nach dem Siebenjährigen Krieg.

»Mit Geblers Der Minister und dem Deserteur aus Kindesliebe von Stephanie dem Jüngeren gibt Matthias Mansky zwei Dramen heraus, die sehr gut in die seit 1998 im Wehrhahn Verlag publizierten ›Theatertexte‹ passen und die die Reihe gleichzeitig um einen wichtigen Aspekt erweitern: das josephinische Theater der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts […]. Während diese Reihe mit Dramen u.a. von Iffland, Kotzebue und Luise Adelgunde Viktorie Gottsched zeitgenössisch erfolgreiche Stücke wieder zugänglich macht, wird so der Blick auf das Aufklärungstheater Österreichs gelenkt, das sich durch kulturelle Differenzen und ein divergierendes Schriftstellerverständnis von der deutschen Aufklärung und dem anschließenden Sturm und Drang unterscheidet.«



»Die Reihe ›Theatertexte‹ hat es sich zur Aufgabe gemacht, Theaterstücke zu publizieren, die im 18. Jahrhundert mit Erfolg aufgeführt wurden, die heute aber weder in der Theaterpraxis noch in der Forschung eine Rolle spielen, nicht zuletzt, weil der Zugriff auf diese Stücke wegen fehlender Ausgaben bisher kaum gewährleistet war. Insofern schließen sie eine Lücke und können Grundlage für weiterführende theater- und literaturwissenschaftliche Forschungen sein. Die beiden vorliegenden Bände machen durch die österreichische Perspektive in besonderer Weise deutlich, dass hier Aspekte der deutschsprachigen Theaterlandschaft präsentiert werden, die Vorstellungen des Theaters zur Zeit Schillers und Goethes komplettieren.«



Ausgestattet sind die Bände mit »instruktiven Nachworten, die die Dramen ergänzen […]. Sie geben ausführliche Informationen zu Autor, Stück und Aufführungsbedingungen, indem auf zeitgenössische Rezensionen wie auch auf die Forschung Bezug genommen wird.«



»Die Nachworte liefern Analysen der Stücke, die über das übliche Maß einer Nachbemerkung hinausgehen und […] besonders umfassend und aufschlussreich ausfallen.«



»In den Nachworten erweist sich der Herausgeber in jeder Hinsicht als Kenner der Stücke und der jeweiligen Kontexte.«



»Die beiden Bände liefern mit den im 18. Jahrhundert häufig aufgeführten und in mehrere Sprachen übersetzten Stücken aufschlussreiche Dokumente der Wiener Theaterverhältnisse um 1770. Es besteht kein Zweifel, dass die Publikation dieser Theaterstücke, die in der heutigen Literatur- und Theatergeschichte kaum noch erwähnt werden, einen Gewinn für die literatur- und theaterwissenschaftliche Forschung darstellt [...] [und] den Blick auf bisher unterbelichtete Teile der Theaterlandschaft des 18. Jahrhunderts erhellen wird.«

Anke Detken, Nestroyana, 32. Jhg. 2012, Heft 3–4
  • ISBN: 978-3-86525-242-5
  • Mit einem Nachwort von Matthias Mansky
  • 100 Seiten
  • Broschur
  • Am 09.09.2011 erschienen
  • Deutsch
Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können. Datenschutzhinweise
Verstanden