Die jüdischen Großeltern von Heinz Samuel wurden im Holocaust ermordet, ebenso wie sein Onkel und weitere Verwandte. Sein Vater musste mehrere Konzentrationslager durchleiden und war bei der Befreiung dem Tode nah. Die Geschichte von Verfolgung, Deportation und Ermordung wurde in der Familie nicht verschwiegen, vieles blieb aber im Ungefähren. So erwachte in Heinz Samuel früh der Drang, es ganz genau wissen zu wollen. In jahrzehntelanger akribischer Recherche konnte er zahlreiche Dokumente, Fotografien und andere Quellen zusammentragen, um die Lebenswege seiner jüdischen Vorfahren genau zu rekonstruieren. Im Mittelpunkt stehen seine Großeltern, die eine Schlachterei in Hagen bei Neustadt am Rübenberge besaßen.
Doch Heinz Samuel geht es nicht nur um die Vergangenheit. Ebenso sorgt er sich um Gegenwart und Zukunft unserer demokratischen Gesellschaft. Vor allem der erstarkende Antisemitismus lässt ihn manchmal verzweifeln. Zudem möchte er die Bedeutung der Verfolgungsgeschichte im Nationalsozialismus für die heute lebenden Nachfahren betonen. Seine intensive Beschäftigung mit diesem Thema hat ihn nachhaltig geprägt, er fühlt sich angekommen im »Club der Holocaust-Traumatisierten der zweiten Generation«. So wechselt das Buch immer wieder die Perspektive, um die tiefgehende Verschränkung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu verdeutlichen.