F. G. Nesselrode zu Hugenpott
Hrsg. von Sigrid G. Köhler / Julia Rebholz

Zamor und Zoraide

Ein Schauspiel in drey Aufzügen

Mit Zamor und Zoraide (1778) adaptiert der Autor F. G. Nesselrode zu Hugenpott einen im 18. Jahrhundert überaus populären Stoff für die Bühne, der auf Jean-François de Saint-Lamberts Ziméo-Erzählung (1769) zurückgeht. Letztere gehört zu den zentralen literarischen Stoffen der transnational geführten Debatte um die Abschaffung von Sklavenhandel und Sklaverei und ist zigfach in europäische Sprachen übersetzt und adaptiert worden.
Nesselrodes Schauspiel handelt von dem schwarzen Widerstandskämpfer Zamor, der auf Jamaika zum Anführer eines Sklavenaufstandes wird. Im Zuge seines Freiheitskampfes gelangt dieser auf die Plantage des philanthropischen Germin. Statt zur gewaltsamen Auseinandersetzung kommt es dort zum Gespräch, in dem Zamor den Anwesenden die Geschichte seiner Entführung und Versklavung erzählt und seinen Widerstand begründet.
Nesselrode kombiniert in Zamor und Zoraide empfindsame Gesprächskultur, naturrechtliches Denken und das Wissen um das transatlantische System der Versklavung. Das Schauspiel dokumentiert eindrücklich, wie zeitgenössisch eine auf Vermittlung und Popularisierung ausgerichtete kolonialkritische Kommunikation aussah und übergibt dazu einem fiktiven schwarzen Widerstandskämpfer das Wort. 

  • ISBN: 978-3-86525-883-0
  • ISSN: 1863-8406
  • Theatertexte 83
  • 102 Seiten
  • Broschur
  • Am 21.07.2026 erschienen
  • Deutsch
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