Zwischen Schule, Welt und Öffentlichkeit changierte die Popularphilosophie in Deutschland als wichtiges Phänomen des Projekts Aufklärung. Sie wurde dennoch lange Zeit nur randständig von der Forschung berücksichtigt. Die vorliegende Studie untersucht die Schreibstrategien der Popularphilosophie in der Zeit des ausgehenden 18. Jahrhunderts und konzentriert sich dabei auf ihre wichtigste Textsammlung: Johann Jakob Engels Philosoph für die Welt. Einflüsse und Wandel von Begrifflichkeiten stehen dabei ebenso im Zentrum der Studie wie die Rolle der sich formierenden und wandelnden Öffentlichkeit. Zentral ist dabei auch immer die Frage danach, wo es zu spannenden Schnittpunkten zwischen Literatur und Philosophie kommt. Deshalb werden die einzelnen im Philosoph für die Welt erschienen Texte erstmals in ihrer Vielfalt analysiert. Textgrundlage ist dabei die ebenfalls bei Wehrhahn erschienene und von Alexander Košenina und Matthias Wehrhahn erledigte, in dieser Form erstmals vorliegende Gesamtausgabe von 2022. Die Arbeit von Viola Jil Desiree Völlm koloriert damit eine Grauzone, die sich zwischen Öffentlichkeit und Gelehrsamkeit, zwischen Literatur und Philosophie bewegt und die bei genauerer Betrachtung eine sinnvolle Ergänzung zu dem Bild liefern kann, das den aktuellen Diskurs über das 18. Jahrhundert prägt.